Schwimmen ist gesund. Warum eigentlich?

Ärzte, Therapeuten, Wissenschaftler – alle sind sich einig: Schwimmen ist gesund. Aber wie kommt es zu diesem positiven Pauschalurteil? Lesen Sie hier die Gründe, warum Schwimmen unserer Gesundheit und unserer Psyche gut tut, wenn wir die natürlichen Grenzen beachten.

Badegäste mit Schwimmnudeln - © adel / pixelio.de

Badegäste mit Schwimmnudeln – © adel / Pixelio.de

Herz und Kreislauf

Schwimmen ist Bewegung, und jede Art von Bewegung bringt unseren Kreislauf in Schwung. Wie auch beim Joggen oder anderen Ausdauersportarten brauchen die Muskeln viel Energie. Um ausreichend Sauerstoff und Nährstoffe transportieren zu können, muss das Herz eines Schwimmers stärker und schneller schlagen. Bei wiederholtem Training passt sich der Herzmuskel den geforderten Leistungen an und schlägt bald ruhiger und zugleich kräftiger – und das sowohl beim Sport als auch im „Normalbetrieb“. Außerdem sinkt in vielen Fällen der Blutdruck, was wiederum die Gefäße schont.

Verstärkt werden diese Effekte durch die besondere Beschaffenheit des Wassers. Das Wasser drückt von allen Seiten auf die äußeren Blutgefäße des menschlichen Körpers. Um die Durchblutung und Sauerstoffversorgung weiterhin zu sichern, arbeiten Herz und Kreislauf gegen diesen Druck an und werden dadurch zusätzlich trainiert und gestärkt. Darum ist Schwimmen in der Regel effizienter als ein Lauftraining.

Vor allem der Kraulbeinschlag unterstützt außerdem die sogenannte „Venenpumpe“, also die Beinmuskeln, die den Rücktransport venösen Blutes zum Herzen vorantreiben. Somit ist Kraulschwimmen besonders sinnvoll bei Venenleiden.

Muskeln und Gelenke

Beim Schwimmen brauchen wir viele verschiedene Muskelgruppen überall in unserem Körper – von den Zehen über die Rumpfmuskeln bis zu den Fingern. Welche konkreten Muskeln dabei wie gut trainiert werden, hängt vom gewählten Schwimmstil und den individuellen Schwimmfähigkeiten ab. Sehr gute Schwimmer, die schnell vorankommen wollen, aktivieren mehr Muskeln als untrainierte Menschen.

Kräftige und zugleich entspannte Muskeln entlasten mittelfristig die Gelenke überall im Körper. Bewegungen im Wasser sind zudem gelenkschonend, da der Körper im flüssigen Medium leichter ist. Während beispielsweise beim Joggen die Knie und Sehnen stark beansprucht werden, sind die Belastungen beim Schwimmen, bei Aquafitness oder Aquajogging viel gleichmäßiger verteilt.

Von starken Rückenmuskeln profitieren vor allem Patienten mit Bandscheibenvorfällen und ähnlichen orthopädischen Problemen. Hier ist aber der richtige Schwimmstil wichtig: Rückenschwimmen entlastet die Wirbelsäule, während Kraul- und vor allem Brustschwimmen zu Fehlbelastungen führen können.

Einen positiven Effekt hat ebenfalls der sanfte, überall auf den Körper einwirkende Wasserdruck. Dabei wirkt das Wasser wie eine kontinuierliche Massage. Im Speziellen trainiert das Wasser die Atemmuskulatur, da der leicht zusammengedrückte Brustkorb zu stärkerer Aktivität angeregt wird.

Abnehmen durch Schwimmsport

Wenn viele Muskeln ihre Arbeit leisten, „verbrennt“ der Körper unter dem Strich einiges an Energie. Dies kann mittel- bis langfristig zu einer spürbaren Abnahme von Körperfett führen. Damit die Fettverbrennung intensiv einsetzt, muss die Pulsfrequenz etwa zwei Drittel des persönlichen Maximalpulses erreichen. Pro Trainingsstunde lösen sich dann zwischen 500 und 650 Kalorien in Wohlgefallen auf.

Schwimmen ist sicherlich keine Wunderwaffe für Übergewichtige, aber neben der Ernährungsumstellung ein nützlicher Baustein, um die Pfunde purzeln zu lassen.

Langsam steigern

Wer seinem Körper jahrelang kaum Bewegung gegönnt hat, sollte sich am Anfang nicht übernehmen. Eine Viertelstunde Training, unterbrochen durch Pausen, reicht für den Anfang. Über mehrere Wochen lassen sich die Trainingseinheiten dann auf eine halbe Stunde ausdehnen. Ab dieser Schwimmdauer wird übrigens die Fettverbrennung sehr aktiv.

Das Erfolgsmotto lautet: Besser dauerhaftes und regelmäßiges Training (mindestens einmal pro Woche) als seltene „Gewaltaktionen“. Denn schließlich soll Schwimmen Spaß machen und nicht im Muskelkater enden.