Schwimmen als Reha-Sport

Manchmal geht es ganz schnell: Ein Unfall, ein Schlaganfall oder eine andere schwere Erkrankung wirbeln den Alltag durcheinander. Nach der akuten, medizinischen Behandlung schließt sich oft eine wochenlange Rehabilitation an, bei der auch ein Schwimmtraining auf Krankenschein gute Erfolge erzielen kann. Einfache Schwimmübungen, Aquafitness und Wassergymnastik helfen dem Körper dabei, seine frühere Leistungskraft zurückzugewinnen.

Schonender Muskelaufbau

Nach Knochenbrüchen, Gelenk- und Bänderverletzungen folgt oft ein schneller Muskelrückgang. Zwar bemühen sich moderne Behandlungsmethoden darum, verletzte Gliedmaßen möglichst beweglich zu halten, aber dennoch sind Fixierungen häufig unvermeidlich. Im Wasser kann der Patient seine heilenden Körperteile besonders schonend bewegen und einen gezielten Muskelaufbau in die Wege leiten.

Niemand sollte diese Übungen auf eigene Faust beginnen. Eine Anleitung durch einen Physiotherapeuten oder Trainer hilft, gerade in der sensiblen Anfangsphase Fehlbelastungen zu vermeiden. Beispielsweise ist Aquajogging bei vielen Knieverletzungen eher kontraproduktiv, da diese Trainingsmethode das Kniegelenk besonders beansprucht.

Schlaganfall-Reha

Nach einem Schlaganfall sind viele motorische Funktionen eingeschränkt – manchmal nur auf Zeit, manchmal dauerhaft. Eine Sport- bzw. Schwimmtherapie hilft, Bewegungsabläufe und Körperwahrnehmung zu verbessern sowie das Risiko weiterer Schlaganfälle zu senken. Schlaganfallpatienten leiden oft unter halbseitigen Lähmungen, die das Schwimmen deutlich erschweren. Daher ist – vor allem in der Anfangsphase – eine fachkundige Begleitung der Schwimmbemühungen notwendig. Eine Pulsuhr erlaubt die ständige Kontrolle des Kreislaufzustandes.

Von den verschiedenen Schwimmstilen eignet sich das Rückenschwimmen besonders gut, da der Körper so in einer idealen, schonenden Position bleibt und der Kopf nicht in den Nacken gestreckt wird. Je nach körperlichem Zustand der Patienten muss eventuell auf Schwimmübungen ganz verzichtet werden, zum Beispiel zugunsten einer Wassergymnastik.

Vielfältige Indikationen

Auch Menschen mit anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen (wie Herzinfarktpatienten) oder Muskelkrankheiten profitieren besonders von Rehabilitationsmaßnahmen, die ein Schwimmtraining beinhalten. Darüber hinaus ist Schwimmen immer dann sinnvoll, wenn Menschen nach längeren Krankenhausaufenthalten oder belastenden Behandlungen (Chemotherapie) wieder fit und leistungsfähig werden möchten.

Ganz andere Therapieansätze verfolgt der Rehabilitationssport, wenn es um psychische Erkrankungen geht. Hier steht vor allem das Körperempfinden und die Gemeinschaft mit anderen Menschen in Vordergrund. Denn Schwimmen gibt nicht nur dem Körper Kraft, sondern auch der Seele.

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