Schwimmen im Wattenmeer

An der Nordseeküste erstreckt sich eine einzigartige Naturlandschaft: das Wattenmeer. Weite Gebiete sind als Nationalpark ausgewiesen und stehen unter strengem Naturschutz. In den Wattflächen und Dünen sind vor allem Seevögel und Meeresbewohner zu Hause, während sich die Menschen auf bestimmte Strände und Erholungszonen beschränken müssen. Das Schwimmen im Wattenmeer ist also nur in klar definierten Bereichen erlaubt – und kann bei großer Unachtsamkeit sogar gefährlich werden.

Wattenmeer bei Ebbe - © Reschke

Wattenmeer bei Ebbe – © Reschke

Das Wattenmeer

Rund 9000 Quadratkilometer Fläche misst das Wattenmeer zwischen Holland und Dänemark. Es entstand und entsteht durch die Gezeiten – den charakteristischen Wechsel von Ebbe und Flut. Während bei Flut das Meerwasser ganz an die Küste heranreicht, weicht es bei Ebbe zum Teil viele Kilometer zurück. An einigen Stellen ist es sogar möglich, eine Wattwanderung vom Festland zu den vorgelagerten Inseln zu unternehmen, beispielsweise von Nessmersiel nach Baltrum oder von Nordfriesland zu den Halligen.

Da Ebbe und Flut etwas länger als einen halben Tag benötigen, verschieben sich die Gezeiten an jedem Tag um knapp eine Stunde. Die genauen Termine sind in einem (von Ferienort zu Ferienort unterschiedlichen) Gezeitenkalender notiert. Mit seiner Hilfe kann der Urlauber bereits in seinem Ferienhaus ablesen, ob er nun bei Flut im Meer schwimmen kann oder ob es eher Zeit für eine Wattwanderung ist.

Risiken: Sturm, Ebbstrom und Gezeiten

Das Schwimmen und Baden an der Nordseeküste ist grundsätzlich ungefährlich, solange man in der Nähe des Urlauberstrandes bleibt. Bei Flut herrschen die besten Schwimmbedingungen, da das Wasser nun ausreichend hoch ist. Haben allerdings die Rettungsschwimmer am Strand eine rote Fahne gehisst, ist das Schwimmen aufgrund widriger Wetterbedingungen (z.B. Sturm und Wellengang) zu riskant.

Keine gute Idee ist es meist, dem ablaufenden Wasser weit auf die Wattfläche hinaus zu folgen und dort Schwimmbemühungen zu starten. Bei Ebbe kann das Wasser an ungünstigen Stellen erstaunlich hohe Geschwindigkeiten erreichen und auch einen versierten Schwimmer aufs Meer hinaustragen oder in einen tiefen „Priel“ spülen. Dieser so genannte Ebbstrom kann über fünf Stundenkilometer schnell werden.

Viel sinnvoller ist es, zu Fuß ins Watt aufzubrechen, um Wattwürmer, Muscheln und Schnecken aufzustöbern. Ein erfahrener Führer ist allerdings Pflicht, denn in jedem Jahr überschätzen Urlauber ihr eigene Geschwindigkeit und unterschätzen Gezeitenströme und Entfernungen. Manchmal müssen sie dann mit Rettungsbooten oder Hubschraubern aus brenzliger Lage von einer Sandbank gerettet werden. Der Mensch ist im Wattenmeer eben nur zu Gast.

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